Hilfe für Kinder

Spenden helfen!

Herbstbericht 2017

Sehr geehrte Spender, liebe Freunde!

Ich freue mich sehr, dass auch in diesem Jahr viele Menschen meine „Hilfe für Kinder“ in Rumänien unterstützt und mir damit ermöglicht haben, vielen bedürftigen Kindern und Familien durch zahlreiche Projekte und Einzelzuwendungen zu helfen.

Allen Sponsoren danke ich von Herzen!

Diese Hilfe war auch 2017 nötig, da viele soziale Einrichtungen zu geringe oder – bei Privatinitiativen – kaum staatliche Mittel erhalten und viele Familien nach wie vor unter großer Armut leiden.

Die seit Jahren bewährten Projekte – wie die Verbesserung der Verpflegung der Kinder, Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Heimen und nach ihrer Entlassung, Bildungsförderung, Freizeitaktivitäten und Ferienlager, Hilfe für bedürftige Familien in ihrem Lebensalltag und bei größeren Ausgaben etc. - wurden weitergeführt.

Auf einige Schwerpunkte meiner Arbeit möchte ich heute näher eingehen:

Unterstützung der Schulbildung:
Nach wie vor ist die Lernförderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher ein wichtiges Anliegen meiner „Hilfe für Kinder“.
Leider ist das Bildungsniveau in Rumänien niedrig. Die Schulen sind schlecht ausgestattet, die Lehrer unzureichend ausgebildet und schlecht bezahlt, die Anzahl der jährlichen Unterrichtsstunden ist gering. Fördermaßnahmen sind daher sehr nötig.
Im letzten Schuljahr haben Sponsoren dankenswerterweise 37 bedürftigen Kindern den Besuch einer Kita ermöglicht, für 7 Jugendliche vom Land, die in Temeswar weiter führende Schulen besuchen, die Fahrtkosten und für 3 Jugendliche das Schulinternat bezahlt und 8 junge Menschen bei ihrer Berufsausbildung oder ihrem Studium unterstützt. Zu Beginn des neuen Schuljahres im September wurden – wie jedes Jahr – viele Kinder mit Schulmaterial versorgt.
Sponsoren unterstützen außerdem fortlaufend 5 Tageseinrichtungen, die je 15-40 Kindern aus sozial schwachen Familien eine Nachmittagsbetreuung mit Mittagessen und Hausaufgabenhilfe anbieten, und 3 Hausaufgabenbetreuungen.

Kinder in ländlichen Gebieten sind oft besonders benachteiligt. Sie lernen weniger, da es hier zu wenig Lehrer und Lehrmittel gibt. So finden viele Schüler beim Übergang in weiter führende Schulen in der Stadt, die ein höheres Lernniveau haben, schlecht Anschluss.
Viele Eltern auf dem Land haben eine geringe Schulbildung. Sie sind kaum fähig, ihre Kinder zu erziehen und schulisch zu fördern, und schlagen sie oft. Da sie ohne Schulabschluss keine oder nur unqualifizierte Arbeit finden, sind sie arm und können ihren Kindern kein Schulmaterial kaufen. In diesem Teufelskreis aus mangelnder Schulbildung und Armut sind solche Familien schon seit Generationen gefangen. Gespräche mit den Eltern, um sie vom Wert der Schulbildung für ihre Kinder zu überzeugen, und Förderprojekte helfen, ihn aufzubrechen.

Erfreuliche Beispiele, wie Kinder auf dem Land gefördert werden können, bieten die Projekte des Sozialarbeiters Augustin Iuga im Dorf Bencecu de Jos, die ich gern unterstütze: Er leitet dort ehrenamtlich eine Hausaufgabenhilfe für lernschwache Dorfkinder, hat ein Kinderheim eingerichtet und darin arme, schulpflichtige Kinder  aufgenommen, die seitdem regelmäßig zur Schule gehen und besser lernen als vorher, und bringt Jugendliche, die Berufsschulen in Temeswar besuchen, dort in seinen „Betreuten Wohnungen“ unter und kümmert sich um sie.
Genau so hilfreich ist die Hausaufgabenbetreuung für Grundschüler im Dorf Nerau.

Arme Kinder in Dörfern erleben kaum Abwechslung. Seit einigen Monaten unterstütze ich einen Hilfsverein, der Kindern in 5 abgelegenen Dörfern Freizeitaktivitäten (Sport, Basteln), aber auch Informationen über gesunde Ernährung und Leseübungen anbietet, die notwendig sind, da viele Kinder nach Abschluss der 8. Klasse nicht in der Lage sind, einen Text zu lesen und den Inhalt zu verstehen. An den Aktivitäten dürfen alle Kinder bis zur 8. Klasse teilnehmen, vorausgesetzt, sie gehen zur Schule.

Besonders schlecht ist es mit der Schulbildung der Romakinder bestellt. Zwar werden – zumindest in Temeswar – die meisten Romakinder eingeschult, aber hier in der Regel in wenigen Schulen zusammen gefasst, so dass sie dort gegenüber den rumänischen Kindern in der Mehrzahl sind. Diese Absonderung hat erhebliche negative Folgen. In diesen Schulen sind zwar z.T. - dank großzügiger Finanzhilfe aus dem Ausland – die Unterrichtsräume und der Sportsaal gut ausgestattet, aber viele Lehrer unterrichten lustlos, fehlen oft und lassen dann den Hausmeister für Ruhe sorgen. Kein Wunder, dass die Kinder wenig lernen. Viele verlassen die Schule schon vor dem Abschluss.
Erheblich besser lernen Romakinder, deren Eltern es gelingt – oft gegen den Widerstand der Schulleitung und rumänischer Eltern – sie in rumänischen Schulen anzumelden.
Diese Chance, gemeinsam mit anderen Kindern zu lernen, müssten alle Romakinder haben. Da die Roma eine Minderheit darstellen (3,1 % der Bevölkerung Rumäniens), wären nur wenige ihrer Kinder in jeder Klasse. Sie würden sich leichter sozial anpassen und hätten die gleichen Lernchancen wie ihre Mitschüler. Intelligente Romakinder könnten eher einen höheren Schulabschluss erreichen und ggf. studieren. Also: Inklusion statt Separation!
Das ist auch eine Forderung der UN, die für die Jahre 2015 – 2020 eine Strategie zur Eingliederung der Roma, auch im Bereich der Bildung, beschlossen hat. Leider mangelt es an der Bereitschaft, sie umzusetzen.

„Hilfe für Kinder“ unterstützt Romakinder beim Lernen:

  • Eine Hausaufgabenbetreuung unterstützt Romakinder eines Wohngebietes in Temeswar schon seit 20 Jahren mit gutem Erfolg, weil viele Eltern ihren Kindern nicht helfen können, da sie Analphabeten sind. Diese Initiative erhielt Geld für Schulmaterial, Obst und Kekse.
  • Ein Nachmittagsförderprogramm in einer Schule mit vielen Romakindern, das Mittagessen und Hausaufgabenhilfe anbietet, wurde mit Jugendbüchern, Winterkleidung und Schulsachen unterstützt.
  • Romakinder aus sozial schwachen Familien wurden mit Heften, Schreib- und Malstiften versorgt, damit sie das nötige „Handwerkszeug“ zum Lernen haben.
  • Etwa 25 sehr arme Romakinder aus dem Dorf Dudestii Noi, die nachmittags an einem Zusatzunterricht teilnehmen, erhielten Turnschuhe, warme Jacken und Stiefel, damit sie überhaupt in der Lage sind, zur Schule zu gehen.

Unterstützung bedürftiger Familien:

Bitter arme Familien mit Kindern brauchten auch 2017 dringend Hilfe, v.a. für Lebensmittel, Ausgaben im Krankheitsfall, Strom- und Heizkosten (besonders Brennholz!) sowie größere Anschaffungen (Waschmaschine, Ofen etc.), Reparaturen und Baumaßnahmen. Dafür habe ich fast die Hälfte der erhaltenen Spenden verwendet.
Finanzhilfen erhielten z.B.:

  • Familie B., die außer ihren 6 Kindern auch ihr 20 Monate altes Enkelkind groß zieht, das keine Laktose verträgt leidet und teure Spezialnahrung benötigt;
  • 2 junge Mädchen, die allein zurecht kommen mussten, als ihre Mutter sie einfach verließ. Sie hatten kein Geld, da Iasmina noch zur Schule geht und Camelia nach ihrem Schulabschluss keine Arbeitsstelle fand; und
  • Familie C., die mit ihren beiden Kleinkindern sehr beengt und in großem Elend lebt und dank Spendenhilfe ein kleines Haus bauen konnte.

Auch in diesem Herbst plane ich wieder für die nächsten Monate, und wie immer gilt:

  • Die bisherigen Projekte sollen weiter geführt werden, denn sie haben sich als sinnvoll, hilfreich und notwendig erwiesen.
  • Arme Kinder und Familien benötigen für den Winter wieder Brennholz und warme Kleidung und Schuhe.
  • Auch diesmal sollen viele Not leidende Kinder und Familien an Weihnachten beschenkt werden.

Bitte helfen Sie!

Meine Arbeit ist nur möglich, weil viele gutherzige Menschen sie mit Spenden großzügig unterstützen. Dadurch konnten auch in diesem Jahr wieder viele benachteiligte Kinder gesünder aufwachsen, besser lernen und Freude erleben und viele arme Familien leichter zurecht kommen.

Dafür danke ich allen Sponsoren ganz herzlich!

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen

Mechtild Gollnick

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Einige unterstützete Projekte - einfach auf das Bild klicken!
 
 
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