Sehr geehrte Spender, liebe Freunde!
Auch in diesem Jahr haben wieder viele Spender meine „Hilfe für Kinder“ in Rumänien unterstützt. Darüber freue ich mich sehr und danke ganz herzlich für jede Hilfe.
Leider ist diese Hilfe weiterhin notwendig.
Die staatlichen Kinderheime und Kinderkliniken kommen schwerer zurecht als in den letzten Jahren, weil ihr Finanzbudget im Zuge staatlicher Sparmaßnahmen im Sommer 2010 gekürzt wurde. Spenden sind z.B. nötig, damit die Tbc-kranken Kinder in der Kinderklinik zum Frühstück mehr als nur Brot und Margarine und zwischendurch auch mal Obst bekommen, Heimkinder einen Ausflug machen können, Heimjugendliche kochen lernen, die nötigen Schulbücher erhalten oder an der Abschlussfeier ihrer Klasse teilnehmen können.
Die Heime und Kliniken haben seit einem Jahr größere Probleme, da die Angestellten über ihre Löhne, die im Sommer 2010 um 25 % gekürzt und seitdem nur um 15 % erhöht wurden, unzufrieden sind und unter immer schwierigeren Bedingungen arbeiten müssen, weil aus Spargründen frei werdende Stellen nicht wieder besetzt werden und die Arbeit den anderen aufgebürdet wird. Kein Wunder, dass immer mehr Angestellte kündigen, viele besser bezahlte Stellen im Ausland suchen und sich die Probleme in den Heimen und Kliniken verschärfen.
Viele Familien leben nach wie vor in bitterer Armut. Sie tun mir sehr Leid, weil ich weiß, wie sehr sie sich plagen müssen, um ihre Kinder zu ernähren und mit allem zu versorgen. Das wenige Geld, das sie haben, reicht oft nicht einmal für das Allernötigste. Sie leiden unter den steigenden Preisen und der hohen Inflation. Besonders schwer haben es kinderreiche Familien, Familien, in denen die Eltern keine Arbeit finden, allein stehende Mütter, die nicht genug verdienen können, um alle nötigen Ausgaben zu bestreiten, Familien, die nur geringe Löhne, Renten oder Sozialhilfe erhalten, und Familien mit kranken Personen, weil sie für Medikamente, Arzt- und Krankenhausbehandlungen viel zuzahlen müssen.
In den letzten Monaten bin ich wieder Familien in besonderen Notsituationen begegnet und war dankbar, dass ich mit Spenden helfen konnte, z.B. in diesen Fällen:
• Die 19-jährige Diana musste vor einiger Zeit die Schule abbrechen, weil sie immer schlechter sah und dem Unterricht nicht mehr folgen konnte. Ihr Augenarzt riet zu einer Operation beider Augen, durch die sich ihre Sehschärfe deutlich verbessern soll. Leider konnte ihre Mutter die Operation von ihrem geringem Einkommen nicht finanzieren. Sie war überglücklich und sehr dankbar, als Sponsoren das nötige Geld zur Verfügung stellten. Bald kann Diana wieder zur Schule gehen, kann doch noch einen guten Schulabschluss erreichen und leichter eine angemessene Arbeitsstelle finden. Welche Chance für ihre Zukunft!
• Ich erfuhr von den Großeltern L., die beide gehörlos sind und allein 2 Enkel groß ziehen, von denen einer ebenfalls gehörlos ist. Was mich am meisten bedrückt, ist die Tatsache, dass sowohl die Großeltern als auch der Enkel bei ihrer Geburt gesund waren und erst im Laufe ihrer Kindheit durch falsche Behandlung nach einer Krankheit bzw. durch einen schlimmen Unfall ihr Gehör verloren.
Sie erhalten nur wenig Sozialhilfe und wohnen in elenden Verhältnissen. Als ich sie Anfang d. J. zum ersten Mal besuchte, holten sie ihr Wasser aus einem Brunnen, weil sie sich nie einen Anschluss an die städtische Wasser- und Abwasserleitung leisten konnten. Es war mir ein großes Anliegen, dieser Familie, die bitter arm ist und sehr isoliert lebt, weil sie sich kaum verständlich machen kann, zu helfen, dass ihr Leben ein wenig leichter wird. Sponsoren haben einen Wasseranschluss finanziert und ermöglicht, dass sie ein Waschbecken, eine Dusche und einen Warmwasserboiler im Bad, ein Spülbecken in der Küche und eine vollautomatische Waschmaschine bekam.
• Im Frühjahr besuchte ich eine kinderreiche Familie in einem abgelegenen Dorf, die außer ein paar Kartoffeln nichts zu essen hatte. Leider ist sie kein Einzelfall. Immer wieder erfahre ich von Familien, die kein Geld haben, um Brot zu kaufen, von Müttern, die manchmal hungern, damit wenigstens die Kinder satt werden, oder von Kindern, die montags im Kindergarten sehr viel essen, weil sie am Wochenende zu Hause nicht genug bekommen hatten. Wie erleichtert solche Familien sind, wenn sie eine Tüte mit Nudeln, Reis, Maisgrieß, Öl und einigen Konserven bekommen, können Sie sich sicher vorstellen.
Jugendliche, die in Kinderheimen aufgewachsen sind und dann entlassen werden, haben es schwer, selbständig zu leben, auch wenn sie inzwischen in den Kinderheimen besser auf ihr Leben nach der Entlassung vorbereitet werden und ihnen geholfen wird, eine Arbeitsstelle und eine Unterkunft zu finden. Viele Heimentlassene haben finanzielle Probleme, vor allem, wenn sie keine qualifizierte Ausbildung haben oder als Berufsanfänger wenig verdienen, und brauchen immer wieder Spendenhilfe für ihre Mietkosten oder bei Sonderausgaben. Am leichtesten kommen sie zurecht, wenn sie in einer „Betreuten Wohnung“ leben können oder zumindest einen Ansprechpartner haben, der sie berät und unterstützt.
Erfreulicherweise gibt es neben diesen heimentlassenen Jugendlichen mit Problemen auch einige, die sich sehr erfreulich entwickeln:
• Florin, dessen Verhalten und Arbeitseinstellung nach seiner Heimentlassung zunächst schwierig waren, fand dann eine Stelle als LKW-fahrer bei einer internationalen Spedition, wo er gern und sehr viel arbeitete, seinen guten Lohn eisern sparte und inzwischen eine kleine Wohnung gekauft und weitgehend bezahlt hat. Demnächst will er mit seiner Verlobten dort einziehen.
• Mirela und Viorel B., die beide in einem Kinderheim aufgewachsen sind, haben sich mit ihren 2 Kleinkindern in einem abgelegenen Dorf angesiedelt, bauen im Garten Gemüse an und halten Ziegen, um leichter zurecht zu kommen. Sie wollen hier bleiben und haben sich in diesem Jahr mit Hilfe einiger Freunde und Freiwilliger ihrer Kirchengemeinde ein kleines, einfaches Holzhaus gebaut. Ihre Ersparnisse reichten, um den Haussockel zu betonieren. Für den Rest erhielten sie einen günstigen Kredit, weil der rumänische Staat den Eigenheimerwerb junger Leute fördert, und Hilfe von großherzigen Sponsoren.
Schwerpunkte meiner Hilfe sind auch in diesem Jahr z.B.
• die Verbesserung der Verpflegung vieler Kinder in 4 Kinderheimen, 3 Stationen der Kinderklinik, 4 Tageseinrichtungen, 3 Kindergärten und einer Suppenküche für Straßenkinder,
• die Unterstützung von 25 benachteiligten Kindern, dass sie einen Ganztags- oder Wochenkindergarten besuchen können,
• Ausbildungsförderungen durch Schulmaterial, Fahrt- und Internatskosten und Studienhilfen,
• Unterstützungen für Heimjugendliche nach ihrer Entlassung aus dem Heim,
• Freizeitaktivitäten, Spielfeste, Ausflüge und Ferienlager für Heimkinder,
• Projekte wie Kochkurse und Singkreise in Heimen und
• Hilfe für über 150 Not leidende Familien für ihren Lebensunterhalt, für Lebensmittel, Bekleidung, Schulmaterial, Brennholz, Medikamente und dringende Reparaturen oder Anschaffungen.
Ein neues, wichtiges Projekt ist seit Ende 2010 die Hilfe für bitter arme Familien und Kinder im Dorf Bencecu de Jos, etwa 30 km von Temesvar entfernt.
Viele Leute finden keine feste Arbeit, weil sie zu wenig Schulbildung haben, um von den großen, ausländischen Firmen, die ihre Arbeitskräfte mit Bussen auch aus abgelegenen Dörfern abholen, angestellt zu werden. Viele Männer können nur ab und zu als Tagelöhner oder Erntehelfer in einer nahe gelegenen Obstplantage etwas Geld verdienen, die Mütter sind zu Hause und betreuen ihre Kinder. Immer wieder erfuhr ich von Familien, die hungern oder frieren mussten.
Ich wurde auf dieses Dorf aufmerksam durch 3 Heranwachsende aus einem christlichen Kinderheim in Temesvar, die jeden Samstag hierher kommen, um mit den Kindern, die kaum Abwechslung erleben, einige Stunden zu spielen. Ihr Engagement beeindruckt mich sehr.
Viele Familien in Bencecu de Jos müssen ihr Wasser von weit her aus Brunnen holen, da es im Dorf (wie in etwa 90 % der rumänischen Dörfer) keine Wasserleitungen gibt. Im Laufe dieses Jahres konnte ich mit Spenden nicht nur die unmittelbare Not lindern, z.B. mit Lebensmitteln oder Brennholz, sondern auch für 8 Familien einen Brunnen neben ihrem Haus bohren lassen, so dass sie das Wasser nicht mehr so weit schleppen müssen. Erfreulicherweise haben sie daraufhin begonnen, in ihren Gärten Kartoffeln und Gemüse anzubauen, weil sie die Pflanzen bei der großen Trockenheit im Sommer begießen konnten. Von ihrer Ernte können sie Vorräte anlegen und sich im Winter leichter versorgen.
Einige Familien leben in alten, sehr ärmlichen Hütten, oft sehr beengt mit mehreren Kindern in nur einem Raum. Bei manchen Hütten waren die Giebelwände so morsch, dass die Gefahr bestand, dass sie bald einstürzen.
Für 5 Familien haben Sponsoren einiges Baumaterial finanziert, damit sie ihre Häuser stabilisieren oder ein neues, kleines Haus bauen konnten. Besonders erfreulich war dabei, dass sich die Dorfbewohner gegenseitig bei den Arbeiten halfen und andere Familien ihrem Beispiel folgten und ihr Haus auch reparierten oder neu bauten, zum Teil mit einfachsten Mitteln, nämlich Baumstämmen und getrockneten Lehmziegeln.
Auch in Bencecu de Jos liegt mir das Schicksal der benachteiligten Kinder besonders am Herzen. Ein Sozialarbeiter, der sich um die Familien hier kümmert und der für mich ein wichtiger, engagierter und sehr zuverlässiger Vermittler von Spendenhilfen ist, hat jetzt ein Tagesheim für besonders benachteiligte Schulkinder eingerichtet, in dem sie mittags ein einfaches Essen bekommen und dann bei ihren Hausaufgaben betreut werden. In den letzten Wochen ermöglichten Spender, den Unterrichtsraum einzurichten, ein Thermopanfenster einzusetzen und Schulmaterial für die Kinder zu kaufen. Ich hoffe, dass im nächsten Jahr einige Spielgeräte im Hof aufgestellt werden können.
Was ist weiter geplant?
• Die bisherigen Projekte sind auch weiterhin sehr notwendig und sollen fortgeführt werden.
• Viele arme Familien mit Kindern brauchen dringend Brennholz und warme Kleidung für den Winter.
• Möglichst viele benachteiligte Kinder und Familien möchte ich auch diesmal wieder an Weihnachten bescheren.
Ich danke von ganzem Herzen allen Sponsoren für die große Hilfe und Freude, die sie vielen bedürftigen und benachteiligten Kindern und Familien in Rumänien schenken.
Viele Grüße aus Temesvar


